Keine Behandlung von BG - Fällen über TeleClinic

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Stand: 08.03.21

 

Da wir Stand heute eine Abrechnung der Ziffern bei Arbeits-, Wege- und Schulunfällen nicht anbieten können und auch nicht geklärt ist, inwieweit die Berufsgenossenschaften eine telemedizinische Behandlung zulassen, ist die Behandlung von solchen Patient:Innen derzeit über TeleClinic nicht möglich. 

 

Den Patienten wird dies mit folgendem Text mitgeteilt: 

Bitte beachten Sie, dass wir über TeleClinic aktuell keine Behandlungen von Wege- oder Arbeitsunfällen behandeln, sowie Durchgangsarzt-Berichte oder Überweisungen an Durchgangsärztinnen und -ärzte ausstellen können. 

Sollte also jetzt schon absehbar sein, dass es sich bei Ihnen um einen Arbeitsunfall handelt, ist es notwendig, dass Sie eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort (am besten eine D-Ärztin oder einen D-Arzt) aufsuchen. 

! Bitte nehmen Sie in diesem Fall Kontakt mit uns auf! Sie erreichen uns per Mail und Chat.

 


 

Was ist eine Durchgangsärztin und ein Durchgangsarzt?

Eine Durchgangsärztin und ein Durchgangsarzt – kurz: D-Ärztin und D-Arzt – ist eine Fachärztin oder ein Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie oder eine Fachärztin oder ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“, mit besonderer Zulassung von den Landesverbänden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Sie oder er ist für die Durchführung der Behandlung nach Arbeitsunfällen und Wegeunfällen zuständig. Als Arbeitsunfälle gelten beispielsweise auch Schulunfälle und Unfälle von Hilfen bei Unfällen im Straßenverkehr. Zusätzlich sind die privaten Pflegepersonen im Rahmen der Pflege nach dem Pflegeversicherungsgesetz unabhängig vom Alter gesetzlich unfallversichert. Grundsätzlich ist jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert. Selbständige können freiwilliges Mitglied einer Berufsgenossenschaft werden; auch dann sind die D-Ärztinnen und -Ärzte zuständig.

 

Wie ist das richtige Verfahren und in welchen Fällen muss ich  zur D-Ärztin oder zum D-Arzt gehen?

Bei einem Arbeitsunfall und bei einer Wiedererkrankung aufgrund eines Arbeitsunfalls ist die freie Arztwahl eingeschränkt: Die verletzte Person muss im Normalfall einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt vorgestellt werden. Hierüber soll das arbeitgebendes Unternehmen seine beschäftigte Person informieren. Wenn eine verletze Person zuerst seine Hausärztin oder seinen Hausarzt aufsucht, dann muss diese oder dieser die oder den Betroffenen an eine D-Ärztin oder einen D-Arzt überweisen. Da bei einem Arbeitsunfall nicht die Krankenkasse, sondern die gesetzliche Unfallversicherung Kostenträger ist, ist für den Besuch bei einer D-Ärztin oder beim D-Arzt kein Krankenschein bzw. keine Chipkarte erforderlich. Verordnete Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel sind zuzahlungsfrei. Diese Regelung gilt auch für Privatpatient:Innen. Ausnahmen von der D-Arzt-Behandlung sind u. a.:

 

  • Bei kleinen Unfällen: Wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht über den Unfalltag hinaus besteht und die Behandlung nicht länger als eine Woche dauert, kann eine Allgemeinmedizinerin oder ein Allgemeinmediziner die Behandlung (auf Kosten der BG) ohne Überweisung an eine D-Ärztin oder einen D-Arzt durchführen.
  • Verletzte mit isolierten Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Verletzungen sollen sofort einem Augen- bzw. HNO-Ärztinnen und -ärzten vorgestellt werden. Diese gelten automatisch als Durchgangsärztinnen und -ärzte. Analoges gilt auch für Zahnärztinnen und -ärzte.
  • Bei sehr schweren Verletzungen (z. B. offener Schädel, Gelenkbruch) muss nicht erst eine D-Ärztin oder ein D-Arzt aufgesucht werden. Vielmehr soll die Verletze oder der Verletzte direkt in eine Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik oder in ein entsprechendes Krankenhaus eingeliefert werden. Dort sind meist auch Durchgangsärztinnen und -ärzte tätig. In der Regel gilt jede Unfallambulanz als Durchgangsarzt, wenn die leitende Ärztin oder der leitende Arzt die Zulassung als D-Ärztin oder D-Arzt hat.
  • Bei Verdacht oder Vorliegen einer Berufskrankheit kann jeder Arzt aufgesucht werden (also auch ein telemedizinischer Arzt bei TeleClinic). Jeder Verdacht auf eine Berufskrankheit muss der zuständigen Berufsgenossenschaft gemeldet werden.

 

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